Seit 2024 organisiert der NABU Backnang die Amphibienwanderung an einem weiteren Biotop - dem Ebnisee.
Auch hier müssen viele Amphibien - hauptsächlich Erdkröten - eine Straße überqueren um zu ihrem Laichgewässer zu gelangen.
Entlang der Winnender Straße werden deshalb beidseitig Schutzzäune von insgesamt einem Kilometer Länge aufgebaut.
Neben der Hin- und Rückwanderung der erwachsenen Tiere betreuen wir seit letztem Jahr auch die Jungtierwanderung.
Durch das Engagement vieler freiwilliger Helfer, die morgens und abends die Zäune ablaufen und die Amphibien über die Straße tragen, wurden schon mehrere Tausend Tiere gerettet.
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14. Februar 2025, 8:30 Uhr: Am Ebnisee liegt Schnee. Auf dem großen Parkplatz haben sich ca. 25 freiwillige Helferinnen und Helfer des Forst BW, des LRAs und vom NABU Backnang eingefunden und warten auf die Anlieferung des Materials um den Amphibienschutzzaun entlang der Winnender Straße aufzubauen. Um 9:00 Uhr geht es los. Innerhalb weniger Stunden ist die Strecke mit mehreren hundert Metern Zaun versehen und die Kröten können kommen.
Die Tiere lassen sich dieses Jahr aber Zeit. Es dauert noch fast 4 Wochen bis die Temperaturen steigen und Regen einsetzt. Am 10. März ist es dann soweit und die ersten Kröten machen sich auf den Weg zu ihrem Laichgewässer. Von da an sammeln 40 engagierte Naturschützer morgens und abends über mehrere Wochen die Amphibien entlang des Zauns ein, tragen sie über die Straße und setzen sie am Ebnisee und dem kleinen Teich gegenüber ab.
Das Amphibienschutz-Team beobachtet bei den täglichen Kontrollgängen auch, ob die neuen Leiteinrichtungen, die im Zuge der Straßensanierung im Frühjahr installiert wurden, von den Tieren angenommen werden. Regelmäßig werden Erdkröten an den Ein- und Ausgängen der beiden neuen Unterführungen gesichtet und das Leitblech auf dem Damm verhindert zuverlässig, dass die Tiere auf die Straße gelangen.
In der Amphibiensaison 2025 wurden insgesamt 1901 Hinwanderer (1854 Erdkröten, 12 Frösche, 35 Molche) gezählt.
Am 24. März machten sich die ersten Kröten schon wieder auf den Rückweg vom See zurück in den Wald. Bis zum Zaunabbau Anfang Mai dauerte die Rückwanderung. 733 Tiere haben wir insgesamt gezählt. Verhältnismäßig wenig im Vergleich zum Vorjahr.
Aber auch die Zahl der überfahrenen Tiere konnte durch unsere Schutzmaßnahmen und unser Amphibientaxi deutlich reduziert werden. So waren es dieses Jahr nur noch halb so viele Tiere (74), wie in der vergangenen Saison.
Im Mai konnten wir im kleinen Teich riesige Schwärme Kaulquappen sichten und wir beobachteten gespannt deren Entwicklung. In der Zeit wurden für die Betreuung der Jungtiere auch Fallen gebaut, die später an den Zaun angeschlossen wurden.
Am 02. Juni – während des Aufbaus der letzten Meter Jungtierzaun entlang des Ebniseeufers - wurde die erste kleine Kröte beobachtet.
Wir begleiten dieses Jahr erstmalig die Jungtierwanderung, welche wegen der Hitze im Moment (Ende Juni) stagniert, jedoch noch nicht beendet ist. Während der Regentage Anfang Juni konnten wir begeistert dabei zusehen, wie gut unsere Fallen funktionierten.
Im Anschluss an die Jungtierwanderung erfolgt noch der Abbau des Zauns und das wohlverdiente Helferfest bevor die erfolgreiche Amphibiensaison 2025 abgeschlossen werden kann.
Jedes Jahr helfen engagierte Naturschützer den Amphibien am Ebnisee über die Straße, damit sie ihr Laichgewässer erreichen.
Amphibienschutz ist aufwändig.
Daher benötigt der NABU immer Amphibien-Retter – auch wenn es nur für einen Tag ist.
Für den Zaun-Aufbau
27. Februar 2026.
Während der Wanderung
Freiwillige, die morgens und abends die Zäune kontrollieren und die Amphibien sicher auf die andere Straßenseite bringen.
Für den Zaun-Abbau
Etwa Ende Mai 2026.
Bei der Betreuung der Jungtierfallen
Freiwillige, die tagsüber die Fallen kontrollieren und leeren. Etwa Juni/Juli 2026.